Hallo, als ein Vertreter der Schülerschaft befürworte ich die für das diesjährige Sommerfest geplante "Abstinenz ", da sie im Zusammenhang mit der Ausstellung "Na Toll" einen gewissen symbolischen Charakter hat.
Ich persönlich vertrete aber die Meinung, dass ein quasi-Verbot von oben nicht die pädagogische Wirkung hat, die ihm öfters zugesprochen wird, insbesondere wenn es als vermeintlich effektive Maßnahme gegen die in den letzten Jahren aufgetretenen Alkoholexzessen gehandelt wird.
Die Prägung in Bezug auf verantwortungsbewussten Genuss von Alkohol sollte, gepaart mit abschreckenden Fakten und Präventivmaßnahmen aus dritter Hand (Stichwort "Na Toll"), doch hauptsächlich vom Elternhaus ausgehen! Damit meine ich einerseits einfache, dennoch effektive Gesten wie "Apfelschorle statt Absackerpils" in frühkindlicher, und einen von Vertrauen geprägten Umgang mit dem Thema Alkohol in jugendlicher Phase auf der anderen Seite.
Freiheit schafft Vertrauen schafft Sicherheit.
Ich weiß, man kann nie von Allgemeinrezepten in der Erziehung sprechen, ich möchte hier dennoch nur den Rat geben:
Ein freundschaftliches Verhältnis, dass schon früh initiiert wird, ermöglicht dem Kind offener von Erfahrungen zu erzählen, von denen ein distanzierterer Elternteil nur in der Zeitung lesen würde und dann nicht einmal realisieren würde, dass die aktuellen Berichte sehr wohl auch das "ach so brave" Kind betreffen! Basierend auf diesen Erfahrungen kann man dann auch sinnvoll auf das Kind einwirken. Natürlich kann man nicht erwarten, dass ein einmaliger übermäßiger Kontakt mit Alkohol auch ein solcher bleibt. Aber wenn Sie eine gewisse Beziehung hergestellt haben, diese Beziehung, die aus dem üblichen Kind-Eltern Verhältnis abweicht, werden sie davon erfahren!
Lassen Sie Dinge, die Sie sowieso nicht vollkommen verhindern können, sich lieber kontrolliert entwickeln, als unkontrolliert wuchern!
Deshalb finde ich, dass man den Jugendlichen am Sommerfest in Zukunft auch die Möglichkeit gibt, stärker als Alkohol zu sein, und diese Entscheidung nicht zu bevormunden.
MfG Jonas Bach
P.S.: Ich wäre erfreut, wenn man meinen Aussagen auch ohne Vorurteilen und Voreingenommenheit Gehör schenkt.