Jahresbericht 2005/2006

Liebe Eltern, liebe Schüler, liebes Kollegium, liebe Förderer und liebe Elternbeiräte,

mit Blick auf den zu Beginn des Schuljahres veröffentlichten Terminplan wird vor allem eine Zielsetzung des Elternbeirats und damit der Schwerpunkt unserer Arbeit im abgelaufenen Schuljahr deutlich.
Unser Anliegen ist es, die Eltern besser zu informieren, eine Plattform für regelmäßige Gespräche mit der Schulleitung und dem Lehrerkollegium anzubieten und so den Meinungsaustausch, das gegenseitiges Verständnis und die Zusammenarbeit am Emmy zu intensivieren.
Dazu haben eine Reihe von Veranstaltungen beigetragen. Im Oktober ein Informationsabend für alle Eltern, im Dezember und im April jeweils eine gemeinsame Sitzung mit den Klassenelternsprechern und der Schulleitung, im März das traditionelle Treffen mit dem Lehrerkollegium.
Darüber hinaus gab es in diesem Schuljahr zwei Sitzungen des Schulforums und mehrere Sitzungen der ARGE. Außerdem natürlich regelmäßige Sitzungen des Elternbeirats mit der Schulleitung zu aktuellen Themen, dann noch die Einladung vom Schulamt …

… und schon ist wieder ein Jahr vorüber und eine Amtszeit neigt sich ihrem Ende zu.

Elternbeirat – Schulforum – ARGE? Alles verstanden, alles bekannt? Welche Funktionen haben die unterschiedlichen Gremien überhaupt? Welche Möglichkeiten der Einflussnahme gibt es für die Eltern und den Elternbeirat eigentlich?

Der Elternbeirat

Mit dem Ziel einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen allen Organen der Schule soll der Elternbeirat sich für Bildungs- und Erziehungsprobleme verantwortlich fühlen. Er ist gleichsam eine Mittlerinstanz zwischen Lehrern, Eltern und Schülern.

Unsere gesetzlich definierte Aufgabe ist es,

  • das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Lehrkräften, die gemeinsam für die Bildung und Erziehung der Schüler verantwortlich sind, zu vertiefen;
  • den Eltern in besonderen Veranstaltungen Gelegenheit zur Unterrichtung und Aussprache zu geben;
  • Wünsche, Anregungen und Vorschläge der Eltern zu beraten;
    bei der Verwendung bestimmter Lernmittel einvernehmliche Entscheidungen herbeizuführen;
  • bei der Entscheidung über einen unterrichtsfreien Tag das Einvernehmen herzustellen;
  • im Verfahren, das zur Entlassung eines Schülers führen kann, bestimmte Rechte wahrzunehmen;
  • durch gewählte Vertreter an den Beratungen des Schulforums teilzunehmen.

Wir sind aufgefordert, klassenübergreifende Belange des Gymnasiums zu vertreten und wirken bei allen Angelegenheiten beratend mit, die für die Schule von allgemeiner Bedeutung sind.

Das Schulforum

Das Schulforum berät Fragen, die Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam betreffen und gibt Empfehlungen ab. Beispiele wären Fragen der Schulweg-Sicherung und der Unfallverhütung oder der Haus- oder Pausenordnung. Das Schulforum kann in bestimmten Konfliktfällen vermitteln.
Das Schulforum besteht aus dem Schulleiter, zwei von der Lehrerkonferenz gewählten Lehrkräften, drei von der Schülermitverwaltung gewählten Schülern (Schülerausschuss), dem Elternbeirats-Vorsitzenden und zwei vom Elternbeirat gewählten Elternbeirats-Mitgliedern.

Die ARGE

Als regionale Arbeitsgemeinschaft der Landeselternvertretung dient die Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte an den Gymnasien in Erlangen und Umgebung vor allem dem Erfahrungsaustausch zwischen den Elternbeiräten der beteiligten Schulen über gemeinsam interessierende Fragen.
Die ARGE bereitet darüber hinaus die Willensbildung in den Organen der Landeselternvertretung als schulpolitisches Sprachrohr vor.
Typische Tagesordnungspunkte sind aktuell die Schulentwicklung in Bayern, insbesondere die Lehrerversorgung, Erfahrungen mit dem achtjährigen Gymnasium (G8), die Praxis der Intensivierungsstunden sowie Probleme an der Schnittstelle G8/G9.
Die ARGE Erlangen besteht aus jeweils drei Vertretern der Elternbeiräte des Albert-Schweitzer-Gymnasium, Christian-Ernst-Gymnasium, Emil-von-Behring-Gymnasium, Emmy-Noether-Gymnasium, Gymnasium Eckental, Gymnasium Fridericianum, Gymnasium Herzogenaurach, Gymnasium Höchstadt, Marie-Therese-Gymnasium, Ohm-Gymnasium sowie Vorstands- bzw. Ausschussmitgliedern der Landeselternvereinigung.

Elternmitwirkung

Wie aus dieser kurzen Übersicht erkennbar wird, bieten die vorgenannten Gremien vielfältige Möglichkeiten der Einflussnahme und Mitwirkung, sei es am Emmy selbst oder außerhalb, sei es ganz praktisch an der Schule oder eher theoretisch auf der politischen Ebene. Die zentralen Themen werden dabei durchgängig von allen behandelt, Erfahrungen immer weitergegeben.
Letztlich definieren sich die Gremien jedoch nicht über die Vielzahl der durchgeführten Veranstaltungen sondern über die inhaltliche Diskussion. Sie leben von der aktiven Teilnahme der Beteiligten und dem Willen zum tragfähigen Konsens.
Natürlich wurden auch in diesen Schuljahr wieder gerade die Belastungen durch das G8, das Büchergeld oder die Einführung von Modus21-Maßnahmen intensiv diskutiert und versucht, negative Auswirkungen zumindest abzumildern. Selbstverständlich wurden viele Themen des Schullebens behandelt und wo immer möglich einer positiven Lösung zugeführt.
Dennoch kann die Diskussion die knappen Kassen der Aufwandsträger nicht füllen und damit alle eventuellen Mängel beheben. Umso wichtiger scheint uns daher, im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten die Dinge anzupacken, die wir selbst gestalten können.
Als Beispiel für mögliche Aktivitäten sei hier das Ergebnis einer Umfrage im Rahmen unseres Treffens mit dem Lehrerkollegium genannt. Wir haben die Lehrer ganz einfach gefragt, was sie sich von den Eltern am Emmy wünschen.
Am häufigsten wurde der regelmäßige Meinungsaustausch zu allgemeinen Schulthemen genannt, auch mit der größten Wichtigkeit. Am zweithäufigsten wurde erwartungsgemäß der Wunsch nach finanzieller Unterstützung und Ausstattung genannt. Weitaus wichtiger wird jedoch der regelmäßige Meinungsaustausch zu Schulprojekten und zu grundsätzlichen Themen wie Erziehungsfragen oder das gegenseitige Verständnis gewertet.
Dies bestätigt uns, noch mehr Anstrengungen in Richtung Meinungsaustausch zu unternehmen. Eine Zielsetzung könnte sein, zu bestimmten Themen Arbeitskreise mit interessierten Eltern und Lehrern ins Leben zu rufen. Eine andere Möglichkeit wäre, gemeinsame Themenveranstaltungen durchzuführen.
Ein weiteres Beispiel für mögliche Aktivitäten ist die engere Zusammenarbeit mit der Schülermitverwaltung. Gerade in den letzten Monaten wurde deutlich, wie wichtig das Gespräch mit den Schülern ist, deren Interessen wir als ihre Eltern in besonderem Maße vertreten wollen.
Hier ist die Unterstützung bei der Durchführung von Projekten vorstellbar, ebenso wie gemeinsame Veranstaltungen zu von den Schülern gewählten Themen.
Alle diese Aktivitäten wird der nächste Elternbeirat möglicherweise mit initiieren. Wie eingangs erwähnt, neigt sich die laufende Amtszeit ihrem Ende zu, im Herbst stehen Neuwahlen an. Ich kann nur dafür werben, dass Sie Ihr Engagement einbringen.
Die Mitgliedschaft im Elternbeirat bietet die Möglichkeit, umfassend über die Belange der Schule informiert zu sein und mitbestimmen zu können. Viele Mitglieder schätzen den engeren Kontakt zu Schulleitung und Lehrern. Sie lernen andere Eltern und Schüler besser kennen. Die Schule verliert an Anonymität. Sie haben es in der Hand, ein Stück weit selbst Ihre Schule zu gestalten.

Ihr

Markus Schiefer
Vorsitzender des Elternbeirats