Gedanken zum 75. Todestag von Emmy Noether

Amalie Emmy Noether war eine bedeutende Mathematikerin, die am 23. März 1882 in Erlangen geboren wurde !

Emmy Noether stammte aus einer gut situierten jüdischen Familie! Noch heute erinnert eine Gedenktafel an ihrem Geburtshaus in der Hauptstraße an sie!

Emmy Noether zeigte anfänglich gar keine besondere Neigung in die mathematische Richtung, sondern hatte in ihrer Jugend eher hohes Interesse an der Musik und dem Tanz.
Sie besuchte die Städtische Höhere Töchterschule in Erlangen.
Im April 1900 legte sie die Staatsprüfung zur Lehrerin der englischen und französischen Sprache an einer Mädchenschule in Ansbach ab.
1903 holte sie in Nürnberg die externe Abiturprüfung am Königlichen Realgymnasium nach.

Im gleichen Jahr wurden erstmalig an bayerischen Universitäten Frauen zum Studium zugelassen, was auch Emmy Noether die Immatrikulation in Erlangen erlaubte.
Hier in Erlangen promovierte sie im Jahre 1907 in Mathematik bei Paul Gordan. Durch ihn bekam sie größtenteils ihre mathematische Prägung.

Die junge Emmy Noether

1908 wurde sie Mitglied des Circolo Matematico di Palermo und 1909 trat sie der Deutschen Mathematiker-Vereinigung bei.

Im selben Jahr wurde sie von Felix Klein und David Hilbert nach Göttingen in das „führende Zentrum der Mathematik Deutschlands und in der Welt" gerufen. Sie galt mittlerweile auf dem Forschungsgebiet der Differentialinvarianten als wirkliche Größe!
In der Mitte der 1920er Jahre gründete sie in Göttingen eine eigene Schule, auf der sich eine Reihe von hochbegabten Schülern aus der ganzen Welt um sie scharten. Zu Ihren Studenten sagte sie liebevoll „meine Trabanten".

Emmy Noether

Emmy Noether oft liebevoll als „Mutter der Algebra" bezeichnet!

1912 stellte Noether den Antrag auf Habilitation in Göttingen. Dieser Antragstellung folgten intensive Diskussionen in der Fakultät, wo sich viele gegen eine Habilitation von Frauen aussprachen!
Da es an preußischen Universitäten untersagt war, das Frauen habilitieren, stellte die Fakultät Göttingen allen voran Klein und Hilbert im Jahr 1915 einen offiziellen Antrag an den preußischen Minister:

„Eure Exzellenz bittet die mathematisch-naturwissenschaftliche Abteilung der Philosophischen Fakultät der Göttinger Universität ehrerbietigst, ihr im Falle des Habilitationsgesuches von Fräulein Dr. Emmy Noether (für Mathematik) Dispens von dem Erlass des 29. Mai 1908 gewähren zu wollen, nach welchem die Habilitation von Frauen unzulässig ist.
Unser Antrag zielt auch nicht dahin, um Aufhebung des Erlasses vorstellig zu werden, sondern wir bitten nur um Dispens für den vorliegenden einzigartig liegenden Fall."

In der abschlägigen Antwort des Ministers fast 2 Jahre später hieß es:

„Die Zulassung von Frauen zur Habilitation als Privatdozent begegnet in akademischen Kreisen nach wie vor erheblichen Bedenken. Da die Frage nur grundsätzlich entschieden werden kann, vermag ich auch die Zulassung von Ausnahmen nicht zu genehmigen, selbst wenn im Einzelfall dadurch gewisse Härten nicht zu vermeiden sind."

Emmy Noether blieb auf Grund dieser Aussage keine andere Wahl, als dass sie Ihre Vorlesungen unter dem Namen von David Hilbert ankündigte, als dessen Assistentin sie dann fungierte.

Nach dem ersten Weltkrieg und mit dem Zusammenbruch des Kaiserreiches kam es in der Weimarer Republik zu einer allgemeinen rechtlichen Besserstellung der Frauen.

Neben dem Wahlrecht wurde auch die Habilitationsordnung so geändert, dass auch weibliche Kandidaten zugelassen werden konnten. So konnte sich Emmy Noether 1919 endlich als erste Frau in Deutschland habilitieren.

1928/29 übernahm sie eine Gastprofessur in Moskau und 1930 eine in Frankfurt am Main.

Bei ihrer Rückkehr aus der Sowjetunion äußerte sie sich sehr positiv über die dortige Lage, weshalb ihr die Nazis später unterstellten, eine Kommunistin zu sein.

1933 wurde ihr wie vielen anderen Wissenschaftlern zum Schicksalsjahr!
Ihr wurde die Lehrerlaubnis entzogen und sie emigrierte aufgrund ihrer politischen Ansichten und ihrer jüdischen Abstammung in die USA.

Dort erhielt sie eine Anstellung als Gastprofessorin am Women's College Bryn Mawr in Pennsylvania.

Dort verstarb sie kurz darauf im Alter von 53 Jahren am 14. April 1935 an Komplikationen in Folge einer Operation!

Emmy Noether

Emmy Noether -Mahnerin und Vorbild für Lehrende und Lernende

Emmy Noether gehört zu den Gründern der modernen Algebra!
Emmy Noether gründete eine Schule für Hochbegabte in Göttingen!
Nach Emmy Noether wurden die noetherschen Ringe und Modulen benannt.
Auch der noethersche Nominalisierungssatz trägt ihren Namen.
Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Noether-Theorem zu einer der wichtigsten Grundlagen der Physik. Damit legte die den Grundstein zu einer neuartigen Betrachtung von Erhaltungsgrößen.
Nach ihr ist ein Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft benannt, welches junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen fördert!
Der größte Hörsaal des mathematischen Instituts der Universität Erlangen-Nürnberg wurde nach ihr benannt.
Außerdem ist ein Campus der Uni Siegen nach ihr benannt in dem die Fachbereiche Mathematik und Physik beheimatet sind.
Auch eine Ehrung der Association for Woman in Mathematics in den USA für Frauen, die fundamentale und nachhaltige Beiträge zur Mathematik geleistet haben, ist nach ihr benannt.
Seit April 2009 steht eine Büste von Emmy Noether in der Ruhmeshalle in München!

Emmy Noether Büste

Und zu guter Letzt trägt auch unsere Schule seit März 1982 ihren bedeutenden Namen!

ENG

Emmy Noether

  • eine hervorragende Mathematikerin,: Sie erkämpfte sich weltweite Anerkennung in einer von Männern beherrschten Wissenschaft!
  • Eine vorbildliche Persönlichkeit: Sie trat gegen den Zeitgeist mutig und vorbehaltlos für Frieden, Demokratie und soziale Gerechtigkeit ein.
  • Eine Frau jüdische Herkunft: Sie wurde trotz ihrer außerordentlichen Leistungen von den Nationalsozialisten ins Exil gezwungen!
  • Eine als warmherziger Mensch geschätzte Lehrerin: Sie kümmerte sich um ihre Studenten und förderte sie auf selbstlose Weise!

Emmy Noether

Alles in Allem eine Frau, die uns stolz macht, dass die Schule unserer Kinder ihren Namen trägt!