Lehrermangel am Gymnasium: Zwei Vorschläge zur Problemlösung

LEV-Schreiben an Kultusminister Schneider

„Es gibt in Bayern an die tausend Grundschullehrer, die zum kommenden Schuljahr keine Anstellung beim Staat bekommen. Diese jungen Menschen haben bereits ihr bayerisches Staatsexamen für das Lehramt abgelegt und eine gute pädagogische Ausbildung erworben. Sie haben bewiesen, dass sie bestens geeignet sind, kompetent zu unterrichten", sagt Thomas Lillig zum aktuell breit diskutierten Problem des Lehrermangels am Gymnasium. „Unsere Eltern wundern sich schon darüber, dass an den Gymnasien Physikstudenten, frisch gebackene Abiturientinnen oder arbeitslose Übersetzer ohne jegliche pädagogische oder didaktische Erfahrung eingesetzt werden, anstatt auf die vorhandenen kompetenten bayerischen Lehrerinnen und Lehrer zurückzugreifen, die händeringend eine Anstellung suchen." Gerade bezüglich des vielzitierten hohen Qualitätsanspruches hinterfragen die Eltern diese Praxis.

Die LEV hat Kultusminister Schneider deshalb heute in einem Brief gebeten, diese Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer schnellstmöglich anzustellen, ehe sie sich anderweitig verpflichten. „Der Mangel an Lehrkräften in den Fächern Mathematik und Deutsch sowie in weiteren Nebenfächern kann damit ebenso abgedeckt werden wie die Betreuung der Intensivierungsstunden", so der LEV-Vorsitzende. Die freiwerdenden Lehrer der Unterstufe (5./6./7. Jahrgangsstufe) könnten schwerpunktmäßig die älteren Schülerinnen und Schüler unterrichten.

Es gibt nach Ansicht der LEV noch einen weiteren Lösungsansatz, um gerade in „Mangelfächern" wie Mathematik, Latein, Physik und Biologie Lehrer zu finden. Dieser wurde bisher wohl aufgrund verschiedener „Animositäten" nicht beschritten, obwohl er sich als durchaus erfolgreich erweisen dürfte. „Der Staat muss sich marktgerecht verhalten, wenn er die Lücken schließen will. Wenn je nach Ortslage differenziert bezahlt wird, was arbeitsrechtlich möglich ist, lassen sich auch Lehrer finden, davon sind wir überzeugt." so Lillig.

In seinem Schreiben weist der LEV-Vorsitzende abschließend darauf hin, dass die Bildungschancen der Kinder es erfordern, dass die Entscheidungsträger systematisch neue Wege beschreiten und innovativ vorgehen.

Quelle: LEV, Pressemitteilung 17/2008, München 23.07.2008