Bekenntnis zu vielgliedrigem Schulwesen

Pressemitteilung Nr. 201 vom 11. Juli  2008

Klares Bekenntnis zu vielgliedrigem Schulwesen Kultusminister Siegfried Schneider und Arbeitsgemeinschaft der Elternvereinigungen einig über Grundlinien der bayerischen Bildungspolitik
Gemeinsame PRESSEERKLÄRUNG

Vom
Bayerischen Kultusministerium
und der
Arbeitsgemeinschaft der Elternvereinigungen

 

MÜNCHEN. Weitreichende Übereinstimmung über den bayerischen Weg in der Bildungspolitik wurde heute bei der Zusammenkunft der Arbeitsgemeinschaft der Elternvereinigungen mit Kultusminister Siegfried Schneider sichtbar. „Es war ein sehr konstruktives Gespräch, das unsere Gemeinsamkeiten bei der Einschätzung der Bildungspolitik deutlich gemacht hat", betonten Kultusminister Siegfried Schneider und Thomas Lillig als Sprecher der ARGE übereinstimmend.

Die Vertreter der Elternvereinigungen und Kultusminister Schneider erklärten übereinstimmend:

1. Der von Kultusminister Schneider praktizierte Weg, die Kinder in den Mittelpunkt der Entscheidungen zu stellen und diese bestmöglich zu fördern, ist ein gemeinsames Anliegen.

2. Das gegliederte Schulwesen von der Förderschule bis zu den beruflichen Schulen ermöglicht in besonderer Weise, Kinder und Jugendliche entsprechend ihrer Begabungen zu fördern. Voraussetzung hierfür ist, dass sie an der richtigen Schulart sind.

3. Deshalb soll die Durchlässigkeit des bayerischen Schulwesens hinsichtlich der Aufstiegsmöglichkeiten erheblich ausgeweitet werden. Die Optionen, die sich Schülern z.B. nach der 5. oder 6. Klasse zur Wahl der Schulart eröffnen, die flächendeckende Einführung der Beruflichen Oberschule und die damit verbundenen Brückenangebote etwa für Absolventen der M-Zweige der Hauptschule, aber auch die Brückenangebote für Realschulabsolventen zum Gymnasium sind der richtige Weg. Die Beratung für Eltern und Schüler wird intensiviert werden.

4. Die Entscheidung, wie das Übertrittsverfahren künftig geregelt wird, wird bis zum Jahresende getroffen werden, aber auch die Frage der Durchlässigkeit nach oben wird weiterhin im Blick bleiben.

5. Es ist ein gemeinsames Ziel, mehr Lehrkräfte an den Schulen einzusetzen und die Obergrenze der Klassen gerade an Realschulen, Gymnasien und Beruflichen Schulen möglichst rasch weiter abzusenken.

6. Angesichts des demografischen Wandels wird sicher gestellt, dass das Angebot in allen Schularten in der Fläche erhalten wird.

7. Die Anstrengungen zur Werteerziehung, die die Staatsregierung durch die Initiative „Werte machen stark" geleistet hat, werden weiter verfolgt und im Unterrichtsalltag umgesetzt werden.

8. Vor der nächsten Änderung des BayEUG wird geprüft, ob eine Erweiterung des Schulforums zum Schulparlament möglich ist.

9. Die Finanzierung der Privatschulen wird noch vor der Sommerpause 2008 geregelt.

10. Die Rahmenbedingungen werden so gestaltet, dass das ehrenamtliche Engagement der Eltern in der Schule wirksam unterstützt wird.

 

Siegfried Schneider Thomas Lillig
Kultusminister ARGE EVB

In der Arbeitsgemeinschaft sind zusammengeschlossen:
Die Freie Elternvereinigung in der Evang.- Luth. Kirche (FEE) in Bayern e.V.;
die Katholische Elternschaft Deutschlands (KED), Landesverband Bayern;
der Landes-Eltern-Verband der Bayerischen Realschulen e.V. (LEVRS);
die Landeselternvereinigung der Fachoberschulen Bayerns (LEV FOS);
die Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern e.V. (LEV) und die
LandeselternVereinigung der öffentlichen Wirtschaftsschulen in Bayern e.V.
Elternvereinigung an den Gymnasien und Realschulen der Orden und anderer freier katholischer Schulträger in Bayern (EVO)