Jahresbericht 2004/2005

Der Elternbeirat

 

Liebe Eltern, liebe Schüler, liebes Kollegium, liebe Förderer und liebe Elternbeiräte,

immer wenn man einen Jahresbericht schreiben muss, dann stellt man zunächst einmal fest, dass schon wieder ein Jahr vergangen ist. Und meist ist man von dieser Tatsache ein wenig überrascht, zumindest zu diesem Zeitpunkt. Dann fragt man sich, was ist denn alles passiert, was haben wir aktiv abgearbeitet und was haben wir noch vor uns? Und stellt dann zweitens fest, dass doch recht viel geschehen ist, aber immer noch einiges zu tun bleibt.
Ich möchte hier keinen klassischen Rechenschaftsbericht abgeben, zumal dies mein erster Beitrag als Elternbeirat ist. Ich möchte vielmehr berichten, wie ich als frischgebackener Elternbeirat meine Aufgabe vor allem in der Anfangszeit erlebt habe, was in meinen Augen schon sehr gut funktioniert und was wir noch verbessern sollten und nicht zuletzt möchte ich alle einladen, sich aktiv einzubringen.

Bereits bei der Wahl zum Elternbeirat wurde deutlich, dass die hohe berufliche Beanspruchung vieler Eltern zusätzliches, umfangreiches Engagement erschweren.
So habe auch ich mich im Vorfeld nach dem „Vorsichtsprinzip“ über Termine und Themenvielfalt informiert, bin im Nachhinein dennoch anfangs etwas überrascht worden, was so alles auf mich zukam: Wahl, Konstituierung des Elternbeirat, Schulforum, Förderverein, Schulamt, ARGE (Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte an den Gymnasien in Erlangen und Umgebung), Landes-Eltern-Vereinigung, diverse Elterninitiativen – und eine schier unerschöpfliche Flut von Emails, Internetseiten, Infomaterial und Werbung.

Und wie es nicht anders sein konnte, drängten sich gleich zu Schuljahresbeginn viele Termine, so dass ich erst mal ins Zweifeln kam, wie dies alles zu packen sei.
Dabei hatte ich gleich die ersten sehr positiven Erlebnisse: war ich selbst beruflich verhindert oder gab es parallele Termine, sprangen die anderen Elternbeiräte auch sehr kurzfristig ein. In fast allen Gremien war der Elternbeirat mit drei Vertretern vorgesehen, sodass eine Teilnahme immer gewährleistet war.
Aufgrund der bunten Mischung aus langjährig erfahrenen mit neu gewählten Elternbeiräten war auch immer sichergestellt, dass die bisherige Arbeit des Elternbeirats kontinuierlich fortgesetzt werden konnte. Für mich war wichtig, dass ich immer einen Ansprechpartner im Elternbeirat gefunden hatte, der mir weiterhelfen konnte und mich unterstützt hatte.

Der thematisch alles beherrschende Schwerpunkt des Jahres lag erwartungsgemäß in der Einführung des G8. Die politischen Rahmenbedingungen im Vorfeld, die hohen Erwartungen, die dabei geweckt wurden und die ebenfalls zu erwartenden einführungsbedingten Anlaufschwierigkeiten führten zu erhöhtem Gesprächsbedarf nicht ohne Konfliktpotenzial. Späte Festlegung der Lehrpläne, anfänglich fehlende Fachbücher, die Gestaltung der Intensivierungsstunden und „neue“ Unterrichtsmethoden lieferten wiederholt Stoff für Diskussionen.

Für uns am Emmy kam zusätzlich die Einführung des Ganztages-G8 hinzu. Für die betroffenen Schüler und Eltern war spürbar das erste Halbjahr besonders schwierig, da Schulübertritt und damit die Eingewöhnung in das Lernen am Gymnasium mit Ganztagesschulform und G8-Einführung zusammenfielen. Diese Situation stellte besondere Anforderungen an alle Beteiligten.

Von Vorteil für die Elternarbeit war, dass einige Elternbeiräte selbst Kinder in den betroffenen 6. oder 5. und Ganztages-Klassen hatten und die Situation damit eng verfolgen konnten. Die eigenen Erfahrungen in der Klasse meiner Tochter sowie zahlreiche Gespräche mit der Schulleitung und den Lehrern halfen mir, manchen besorgten Eltern in dieser Phase wieder Zuversicht zu vermitteln.

Gleichzeitig konnten wir viele kleine Schritte mitverfolgen, die erforderlich waren, um jeden Tag etwas mehr Routine im Schulbetrieb des G8 hinzuzugewinnen. Für mich besonders wichtig: gerade die heutigen 6. Klassen werden in jedem kommenden Jahrgang eine Pilotphase des G8 durchlaufen, daher muss ihnen auch in Zukunft besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Im Unterschied zum vergangenen Jahr bleibt jedoch genügend Zeit zur sorgfältigen Vorbereitung.

Gerade in der eher schwierigen Anfangszeit war die Zusammenarbeit in der Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte ARGE sehr hilfreich und bot Orientierung. Wie handhaben es die anderen Gymnasien – welche Probleme haben sie – wie lösen sie diese? Nicht nur ich konnte viele hilfreiche Anregungen und Informationen aus dem Erfahrungsaustausch mitnehmen.

Besonders beeindruckend war für mich das sehr motivierende Engagement der Teilnehmer, die dann auch wieder die Interessen der ARGE in der Landes-Eltern-Vereinigung und bei verschiedenen Initiativen vertreten. Die Landes-Eltern-Vereinigung ist letztlich Gesprächspartner der Politik und Bindeglied zum Kultusministerium.

Die unterschiedlichen Beiträge waren für mich aber auch die Möglichkeit zu erkennen, dass das Emmy bestimmte Probleme anderer Gymnasien wie beispielsweise unzureichende Möglichkeiten der Verpflegung in der Schule oder schlechte Verkehrsverbindungen am Nachmittag nicht kennt. Dies hatte auch etwas beruhigendes.

Ebenfalls sehr wohltuend habe ich die hohe Informations- und Gesprächsbereitschaft seitens Schulleitung und Lehrerkollegium empfunden.
Gerade im zweiten Halbjahr, als sich die anfänglich hitzige G8-Diskussion wieder versachlichte, blieb mehr Raum für andere schulische Themen und die weitere Entwicklung am Emmy: Stundenbelegung, personelle und sachliche Ausstattung, geplanter Erweiterungsbau, Teilnahme an Schulversuchen im Hinblick auf Schulentwicklung, Erkenntnisse aus Kollux.

Hierbei hat sicherlich auch die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrer über gemeinsame Veranstaltungen, gegenseitige Informationen und offenen Ideen- und Meinungsaustausch nochmals den einen oder anderen positiven Impuls erhalten.

Damit bin ich bei dem wesentlichen Aspekt des Jahresberichtes angekommen, dem eigentlich wichtigsten: was wollen wir da noch verbessern?

  • Ich hätte mehr Inanspruchnahme durch die Eltern erwartet. Nun kann es sein, dass es einfach keine Probleme gab. Das wäre schön. Es kann auch sein, dass alle Probleme direkt zwischen Eltern und Lehrer oder in der Klasse gelöst werden konnten. Das wäre auch sehr zufrieden stellend. Es kann aber auch sein, dass die Emailadresse elternbeirat@emmy-eltern.de oder die Telefonnummer 0160/96808042 nicht genügend bekannt waren. Dem sei hiermit für alle Fälle nochmals abgeholfen.
  • Die Kommunikation war im vergangenen Jahr geprägt von Fragebogenaktionen und Erhebungen. Dem möchte ich gerne wieder engeren Kontakt und persönliche Gespräche mit den Klassenelternsprechern und Eltern entgegensetzen. Bei Bedarf und Interesse freue ich mich über Einladungen zu Elternabenden, damit wir uns zu jeweils aktuellen Themen austauschen können.
  • Die Einführung des G8 war mit hohen Erwartungen gekoppelt, das Lehrerkollegium musste diese in der schulischen Praxis umsetzen. Nur wenn Lehrer und Eltern noch enger zusammenarbeiten, können Mehrbelastungen für alle Beteiligten vermieden oder zumindest abgemildert werden. Daher auch hier das Angebot, den Elternbeirat noch intensiver einzubeziehen.
  • Ich hätte vermutet, dass die SMV als Vertretung der Schüler häufiger Kontakt zu den Eltern aufnimmt, um „Allianzen zu schmieden“. Schließlich zeichnet jeden Elternbeirat zuallererst die Tatsache aus, dass er Elternteil ist. Ich möchte die Schüler ermuntern, die Eltern in die Pflicht zu nehmen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Es geht letztendlich um eure Zukunft!

Damit bleibt mir noch mein persönliches Fazit aus dem ersten Jahr als Elternbeirat. Es war ein sehr interessantes, kurzweiliges Jahr. Das Engagement hat mir viel Freude bereitet und es macht Spaß. Ich kann es nur jedermann empfehlen, die Zusammenarbeit gibt immer wieder neue Impulse. Machen Sie mit, suchen Sie das Gespräch. Sie sind herzlich willkommen!

Ihr

Markus Schiefer
Vorsitzender des Elternbeirats